Warum Regionen wichtiger geworden sind?
Zu Beginn der Globalisierungsdebatte sah es so aus, also ob Unternehmen keine Heimat und keine Wurzeln mehr benötigen. Jedes Unternehmen konnte scheinbar überall produzieren, global einkaufen und global verkaufen. Die Region wurde als austauschbar angesehen.
In den 90er Jahren wandelte sich diese Ansicht – gestützt durch Studien – ins Gegenteil. Wenn die Unternehmen die freie Standortwahl haben, stehen bestimmte Fragen im Vordergrund: wo sind z.B. die besten Mitarbeiter, Forscher, Zulieferer und Partnerunternehmen für mein Geschäft zu finden? Hinzu kommt, dass eine globale Beschaffung von Gütern, die auch meiner Konkurrenz zugänglich sind, für das eigene Unternehmen keinen strategischen Vorteil bringt.
Sucht man Antworten zur Globalisierung, findet man Regionen. In Hollywood werden Filme gedreht, die Schweizer können besonders gut Uhren bauen, Silicon Valley beherrscht die Softwareentwicklung, Stuttgart den Autobau, Solingen beschäftigt sich seit 600 Jahren mit Messern. Während Apotheken und Baumärkte in Deutschland relativ gleich verteilt sind, ballen sich die Fähigkeiten bestimmter Industrien in wenigen Regionen. So wie die Identität eines Menschen, ist die Identität einer Region, dass was uns von anderen unterscheidet. Regionen besitzen wegen dieser Talente eine besondere Wichtigkeit nicht trotz – sondern wegen der Globalisierung.
Siehe auch Beschreibung von Wirtschaftsclustern bei Wikipedia
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